Zocken auf dem Smartphone: Soviel geben Spieler für In-Game-Käufe aus

Free-to-Play-Games

Die Welt der Video- und Computerspiele befindet sich seit einiger Zeit im Wandel: Zu den klassischen Retail-Konsolenspielen, die als Vollversion zu einem festen Preis erworben werden, gesellen sich zunehmend kostenlose Spiele, sogenannte Free-to-Play-Games: Kein Wunder – der Einstieg ist leicht, sie sind auf den meisten Endgeräten spielbar und Anschaffungskosten entfallen komplett. Die Games finanzieren sich über In-Game-Käufe: Das Modell lohnt sich also für Spieler und Produzenten gleichermaßen.

Kostenloskultur

In den App- und Play-Stores bei iOS und Android floriert zurzeit die Kostenloskultur. Viele kostenlose Spiele können auch über Webportale wie prosiebengames.de gratis heruntergeladen oder direkt im Browser gespielt werden. Sie finanzieren sich entweder über Werbung oder – das bei Games häufiger anzutreffende Modell – über den Verkauf virtueller Güter im Spiel, mit denen sich der Spieler bestimmte Vorteile verschaffen kann. In den meisten Fällen sind das Zeitersparnisse oder kosmetische Upgrades, sodass die Kostenlos-Gamer in vielen Fällen keine direkten Nachteile haben. Spieler haben es also selbst in der Hand, wieviel das gewählte Game kosten soll. Doch das Geschäft mit virtuellen Gütern lohnt sich auch für die Publisher: Im vergangenen Jahr konnte mit In-Game-Käufen allein in Deutschland ein Umsatzplus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaftet werden.

Neuer Kreis von Hardcore-Gamern

Wieviel Geld Spieler für diese Käufe locker machen, zeigt eine aktuelle Studie, die in den USA durchgeführt wurde. Die Studie greift auf das Kaufverhalten von über 4 Millionen US-amerikanischen Kunden zurück: Demnach haben Gamer im vergangenen Jahr durchschnittlich 87 US-Dollar für virtuelle Güter ausgeben. Umgerechnet sind das circa 76 Euro – also in etwa so viel, wie für ein neues Vollpreis-Game im Laden ausgegeben werden müsste. Für Games, die über dieses klassische Vertriebsmodell angeboten werden, wurden im Vergleich nur durchschnittlich knapp 4 Euro mehr gelöhnt. Die Studie hat ebenfalls ergeben, dass für ganze 90 Prozent der Einnahmen lediglich 10 Prozent der Spieler verantwortlich sind.

Diese Zahlen zeigen, dass sich ein neuer harter Kern bei den Mobile- bzw. Browsergame-Zockern etabliert hat. Während die meisten Spieler die Games tatsächlich kostenlos oder mit geringeren Ausgaben für virtuelle Güter genießen, sind diese neuen Hardcore-Gamer bereit, auch mehr in ihr Lieblingsspiel zu investieren. Das obere 1 Prozent dieses harten Kerns wird als “Whales” bezeichnet: Sie waren im vergangenen Jahr für ganze 58 Prozent der Einnahmen verantwortlich. Ein Spiel sticht in der Übersicht besonders heraus: Das Strategiespiel Game of War – Fire Age belegt mit großem Abstand den ersten Platz: Hierfür investierten die Spieler im vergangenen Jahr rund 549 US-Dollar – umgerechnet etwa 483 Euro. Im Vergleich. Für das ebenfalls sehr populäre Spiel Hearthstone – Heroes of Warcraft des Branchenriesen Blizzard Entertainment wurden – diesen Daten zufolge – durchschnittlich “nur” rund 65 US-Dollar ausgegeben.

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