Vorsorge für Berufsunfähigkeit: Wichtige Tipps

Einer Studie der Gothaer Versicherungsbank WaG zufolge, haben bisher nur 53 Prozent der deutschen Berufstätigen zwischen 16 und 60 Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen.

Rund ein Drittel gab in der Befragung an, auch in Zukunft auf diese Versicherung verzichten zu wollen. Viele Verbraucher unterschätzen allerdings das Risiko, das von einer Berufsunfähigkeit ausgeht. Zieht man einen Arbeitskraftrechner heran, ist schnell zu erkennen, dass die eigene Arbeitskraft über die Jahre bis zum Rentenalter, je nach monatlichem Verdienst, über eine Million Euro wert sein kann.

Problemfall Gesundheitsfragen

Wie auch bei Lebensversicherungen ist es beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung üblich, dass der Antragsteller Fragen zu seiner Gesundheit beantworten muss.

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, sollte folgendes beachten:

Wer in den vergangenen Jahren keine Verletzungen oder schwerwiegenden Erkrankungen erleben musste, wird höchstwahrscheinlich kein Problem mit dem Versicherungsschutz bekommen. Gab es jedoch gesundheitliche Schwierigkeiten, sehen die Versicherer genau hin. Besteht auch nur der geringste Anlass zu der Sorge, dass Folgeschäden und in der Folge eine Berufsunfähigkeit eintreten könnten, werden entweder bestimmte Bereiche aus den Leistungen ausgeschlossen oder der Antragsteller sogar vollständig abgelehnt. Auch die Stiftung Warentest berichtete hierzu bereits.

Musste ein Antragsteller beispielsweise vor Jahren eine Knieverletzung hinnehmen, so wird er höchstwahrscheinlich einen Versicherungsausschluss für das betroffene Knie akzeptieren müssen. Im Klartext bedeutet dies: Sollte später eine Berufsunfähigkeit aufgrund von Problemen an diesem Knie auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Leistungsverweigerung groß.

In einigen Fällen ist es Versicherten bereits gelungen, mit ihren Versicherern eine 3-Jahres-Frist zu vereinbaren: Sollte die erneute Prüfung des Ausschlusses nach drei Jahren keine Folgen der Verletzung oder Erkrankung ergeben, muss der Ausschluss aus dem Vertrag gestrichen werden.

Besonders wichtig: Verzicht auf abstrakte Verweisung

Antragsteller, die sich gegen Berufsunfähigkeit versichern lassen wollen, sollten nachfragen, ob die abstrakte Verweisung im Vertrag ausgeschlossen ist. Ist dies nicht der Fall, kann sich der Versicherer im Leistungsfall auf die Position zurückziehen, dass der Versicherte theoretisch noch in einem anderen Beruf arbeiten könnte.

Verzichtet der Versicherer im Vertrag auf die abstrakte Verweisung, so ist er zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherte aufgrund seiner Erkrankung oder Verletzung nicht mehr in seinem zuletzt ausgeübten Beruf tätig werden kann. Übrigens sollte der Versicherer möglichst auch auf die Verweisung auf Vorberufe verzichten. Andernfalls könnte er den Versicherten im Leistungsfall auch auf frühere, schon einmal ausgeübte Tätigkeiten verweisen und die Leistung verweigern.

Weitere Tipps für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Je früher die Versicherung abgeschlossen wird, desto günstiger ist sie und desto leichter ist meist die Gesundheitsprüfung zu bestehen.
  • Die Möglichkeit einer Nachversicherung ermöglicht es den Versicherten, die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente später ohne erneute Gesundheitsfragen zu erhöhen.
  • Die Gesundheitsfragen müssen nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt werden. Wer hier schummelt, riskiert seinen Versicherungsschutz!
  • Die Versicherungen sollten stets hinsichtlich ihrer Beiträge und Leistungen verglichen werden.
  • Wenn eine Versicherung einen Leistungsausschluss vorgibt, sollten es Antragsteller unbedingt auch noch bei anderen Versicherern versuchen.
  • Verträge sollten bis zum Renteneintrittsalter abgeschlossen werden, um eine Versorgungslücke im hohen Alter nicht zu riskieren.
  • Auf Kombinationsverträge mit Risikolebensversicherung oder Sparanteil sollte verzichtet werden, da die Einzelverträge in aller Regel günstiger sind.

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