Reform der Pflegeversicherung? Besserstellung bei Demenz angekündigt

Nächste Reform der Pflegeversicherung

10.6.2013

Erst im Januar 2013 ist die letzte große Pflegereform in Deutschland in Kraft getreten, der sogenannte „Pflege-Bahr“. Nun könnte eine weitere Reform der Pflegeversicherung in Deutschland bevorstehen.

Beim Pflege-Bahr handelt es sich um eine staatlich bezuschusste private Pflegezusatzversicherung. Ein Bestandteil der Reform war, dass Pflegebedürftige mit einer Demenzerkrankung nun auch Geld erhalten können. Dies soll mit der neuen Pflegereform künftig noch weiter ausgebaut werden, um die Rechte von Personen mit Demenz zu stärken. Erste Vorschläge dafür werden noch in diesem Monat erwartet.

Erwartungen an die Pflege-Reform

Noch im Juni soll ein Bericht des Expertenrates der Bundesregierung zur Pflegeversicherung veröffentlicht werden. Dieser gilt als Voraussetzung für die umfassende Reform der Pflegeversicherung, so der Vorsitzende des Expertenbeirats, Wolfgang Zöller (CSU), in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Mit der neuen Reform sollen vor allem Demenzkranke in der Pflege gleichberechtigt werden. Der Sprecher von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) kündigte bereits an, auf Grundlage des Berichtes die Gesetzgebung zu ändern.

Immer mehr Demenzkranke

Nach Angaben des Pressesprechers des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, wird die Anzahl der Menschen, die unter Demenz leiden, immer weiter ansteigen. „Es wird erwartet, dass sich die Anzahl der Demenzkranken von heute 1,2 Millionen auf 2,5 Millionen im Jahr 2060 verdoppeln wird“, so Lanz. Zöller erklärte, dass deshalb umfassende Maßnahmen eingeleitet werden. Er kündigte viele Umsetzungsschritte und einen Zeitplan an. Dies soll der neuen Bundesregierung die Möglichkeit bieten, Demenzkranke deutlich besser zu unterstützen und sie auch in der Pflegeversicherung gleichzustellen.

Bereits jetzt Leistungen bei Demenz

Zwar sind Demenzkranke noch lange nicht auf einer Stufe mit anderen Pflegebedürftigen, aber seit dem 01.01.2013 haben sie unter bestimmten Voraussetzungen schon ein Recht auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. So können Demenzkranke, die von Familienmitgliedern zu Hause betreut werden, aber in keiner Pflegestufe sind, Leistungen erhalten. Schon damals sagte Bundesgesundheitsminister Bahr aber, dies sei nur ein erster Schritt und weitere Veränderungen würden folgen.

Der Expertenbeirat der Bundesregierung

Zu dem Expertenbeirat der Bundesregierung gehören nicht nur der Vorsitzende Wolfgang Zöller, sondern insgesamt 53 Fachleute von Krankenkassen, Pflegeverbänden, Arbeitgebern und vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Dieser Rat beschäftigt sich mit den Fragen der Gleichstellung von Demenzkranken und der Umstellung der Pflegeversicherung. Denn es müssen unter anderem Mitarbeiter des MDK neu geschult werden und der Begriff der Pflegebedürftigkeit muss neu definiert werden.

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