Lesetipp: Eine Kindheitsgeschichte – erzählt aus Kindersicht

» Was bin ich froh, dass die Zeit des Krabbelns endlich vorbei ist und ich ordentlich laufen kann. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich vor Mama und Papa weglaufen kann, wenn es mal wieder heißt: „Jetzt geht’s aber ab ins Bett!“. Nein, Gegenstände können nun auch viel besser erklommen werden. Obwohl ich erst knapp über zwei Jahre bin, so habe ich doch schon festgestellt, dass sich die schönsten Sachen immer etwas weiter oben befinden und nur selten auf dem Boden liegen. Als ich noch kleiner war, konnte ich immer beobachten, dass Mama und Papa die leckeren Bonbons auf den Tisch gelegt haben. Jetzt, wo ich endlich klettern kann, sind auch diese Schätze nicht mehr ganz so fern.

Im Augenwinkel habe ich neulich gesehen, dass Mama die Schachtel mit den Schokoladenpralinen auf den Tisch gelegt hat und anschließend in die Küche ging. Genau das war meine Chance. Den Stuhl, der etwas entfernt vom Tisch stand, habe ich kurzerhand passend geschoben und anschließend mit einem beherzten Schwung erklommen. Das wochenlange Training am Küchenstuhl macht sich nun bezahlt. Ich höre wie Mama mit einem Löffel im Topf rührt. Perfekt, die ist beschäftigt und ich gleich auch, … mit Schokolade essen. Ich stehe auf dem Stuhl, halte mich an der Tischkante fest und sehe die Pralinenschachtel in der Tischmitte stehen. Ich habe den Eindruck, als würde ein Licht die Schachtel umhüllen, eine Art Schokoladenaura. Vielleicht vernebelt mir mein Heißhunger nach dem süßen Schatz, aber auch nur meine Sinne.

Meine Hand reckt sich in Richtung Süßigkeiten. Hoppla, da fehlen noch ein paar Zentimeter. Macht aber nichts, denn noch stehe ich auf meinen Füßen und nicht auf den Zehenspitzen. Ich spanne meine Füße an und stelle mich, wie eine Ballerina, auf die Zehen. Das muss doch jetzt reichen und meine Hand geht abermals zu den Süßwaren. Verdammt, nur noch wenige Millimeter fehlen. Da hilft nur eins, ich muss höher hinauf. Ich hebe meinen rechten Fuß und lege ihn auf die Tischkante. Mit beiden Armen und der kompletten Körperanspannung drücke ich mich auf den Tisch hoch.

Jaaaa, geschafft, ich befinde mich zwar wieder in der ungeliebten Krabbelstellung, aber mit diesem Schatz vor Augen ist mir das auch egal.
Mit Daumen und Zeigefinger greife ich an den Deckel der Schachtel, das Wasser läuft mir schon im Mund zusammen. Doch was ist das? Ich höre Schritte. Ich war wohl doch nicht so lautlos, wie ich es vermutet habe.

Mama steht in der Tür. „Püppi, was machst du da auf dem Tisch“, ruft sie erschrocken.

Das wirst du gleich merken, denke ich so bei mir und sehe nur noch eine Möglichkeit: Mama ist noch drei Schritte entfernt, wenn ich jetzt blitzschnell zugreife, dann schaffe ich es, mir zwei Pralinen in den Mund zu stecken, vielleicht auch drei. Mama bewegt sich mit ausgetreckten Armen nach vorne, in meine Richtung. JETZT, … Zitternd vor Aufregung öffne ich die Schachtel und greife in der gleichen Bewegung mit meinen schon schwitzigen Händen hinein.

Aaaah … ein Kampfschrei ertönt. Oder ist es mehr ein Schrei der Verzweiflung? Ich bin mir nicht sicher, denn die Schachtel ist LEER!!
Mama schließt mich, mit einem leichten Grinsen, in ihre Arme und fragt: „Soll ich dir ein Stück Schokolade geben?“ «


Eine Geschichte, an die man sich gerne erinnert. Und deshalb wird sie in Babys-Bloggerwelt aufgeschrieben. Wie viele anderen Kinder Geschichten auch. Und alles erfrischend anders, nämlich aus Kindersicht erzählt.

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