Gute Chefs profitieren von guten Mitarbeitern – worauf kommt es an?

Was Mitarbeiter von ihrem Vorgesetzten erwarten

Der perfekte Chef – gibt es den überhaupt? Abhängig von persönlichen Einstellungen und Wertvorstellungen variieren die Vorstellungen vom perfekten Arbeitgeber wohl von Arbeitnehmer zu Arbeitnehmer. Zieht die eine Person eher den kumpelhaften Typen vor, weiß der andere eher den Chef zu schätzen, der klare Grenzen setzt. Dennoch lassen sich eine Reihe von Eigenschaften zusammentragen, die Mitarbeiter bei ihren Vorgesetzten in der Regel ganz besonders zu schätzen wissen.

Der Chef als guter Zuhörer

Eine Untersuchung der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft kam zu einem interessanten Ergebnis: Die Mehrzahl der deutschen Beschäftigten gibt an, ihren Chef als schlechten Zuhörer zu bezeichnen. Zeitmangel und Stress sorgen nicht selten dafür, dass Vorgesetzte oft nur mit halbem Ohr zuhören, wenn ein Mitarbeiter sich mit einem gewissen Anliegen an diesen wendet.

Neben dem nicht genügenden Zuhören oder auch gerade aus diesem Grund werden die Aussagen der Mitarbeiter nicht selten zu schnell bewertet und zudem oft missverstanden. Eine praktische Handlungsempfehlungen wäre, sich bewusst Zeit für die Wünsche, Verbesserungsvorschläge und Anliegen des Arbeitnehmers zu nehmen, um Missverständnisse erst gar nicht aufkommen zu lassen. Dies hat zudem den Vorteil, dass das Vertrauen und die Wertschätzung zum Chef gestärkt werden.

Der Chef, der Freiräume gibt

Eingeschränkte Entscheidungsfreiheit und das Wissen, dass der Vorgesetzte bei jeder Entscheidung hinter dem Rücken steht, sorgt bei vielen Arbeitgebern viel mehr für Frust als Lust. Autonomes Arbeiten und das Vertrauen, das Mitarbeitern vom Chef entgegen gebracht wird, stärkt die Selbstständigkeit der Beschäftigten und gehört zu einer der wichtigsten Eigenschaften, die ein Vorgesetzter mitbringen sollte. Lässt dieser seine Arbeitnehmer möglichst frei und selbstbestimmt arbeiten, wächst das Vertrauen auf beiden Seiten.

Der Chef, der Fehler erlaubt

Eine Führungskraft weiß ganz genau, dass gutes Arbeiten ohne Fehler kaum möglich ist. Denn an dem Sprichwort „Aus Fehlern lernt man“ ist eben – das weiß jeder Chef – mehr dran, als man im ersten Moment glauben mag. Eine gute Fehlerkultur sollte jedem Chef eigen sein, denn sie bestärkt die Mitarbeiter, sich Neues zuzutrauen, ohne direkt dafür bestraft zu werden. Fehler sollten also immer willkommen sein – vorausgesetzt, der Mitarbeiter lernt aus ihnen.

Der Chef, der Erwartungen genau formuliert

Oft scheitert die korrekte Ausführung des vom Vorgesetzten erteilten Auftrags, weil dieser sich nicht die Zeit oder Mühe gemacht hat, sein Anliegen verständlich und ausreichend zu erklären. Ein jeder Arbeitnehmer durfte wohl schon eine solche Erfahrung machen: Gestresst stürmt der Chef ins Büro, um unter Zeitdruck zu erklären, was wie erledigt werden soll. Am nächsten Tag wartet das blaue Wunder: Der Auftrag hätte nicht weniger den Erwartungen des Chefs entsprechen können.

Meistens kassiert in einer solchen Situation allerdings nicht der Vorgesetzte, der sich seiner unzureichenden Kommunikation völlig unbewusst ist, sondern der Mitarbeiter, der ja offensichtlich das Falsche geliefert hat.

Das sollte so nicht sein! Ein guter Chef weiß daher genau, wie wichtig es ist, sich Zeit zum Erklären und zum Klären von aufkommenden Fragen seitens der Angestellten einzuräumen. Mitarbeiter haben zudem ein gutes Gespür dafür, wie viel Interesse der Chef an ihnen als Person hat.

Der Chef, der auch loben kann

Nicht jedem Chef scheint ein Lob leicht über die Lippen zu gehen. Menschen sehnen sich nach Anerkennung und Wertschätzung und das nicht nur im privaten Leben innerhalb der Familie, sondern auch an der Arbeit. Mitarbeiter, die viel Lob erfahren, sind nachgewiesen nicht nur um einiges motivierter, sondern trauen sich auch selbst mehr zu und haben einen größeren Drang, über sich selbst hinaus zu wachsen.

Dürfte das nicht auch im Interesse des Vorgesetzten sein? Wird das Lob zudem konkretisiert und beschränkt sich nicht auf ein langweiliges „Super gemacht!“, verstärken sich diese positiven Auswirkungen noch. Daneben ist es wichtig, das Lob zeitnah auszusprechen.

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