Freiburg: Internetverbindung in den Ortschaften soll ausgebaut werden

Schnelles Breitbandinternet
Ladebalken statt schnellem WLAN ist ein KO Kriterium für Business-Hotes - Grafik: Regiorebellen

Ortschaften beklagen unzureichende Netzqualität: Langsame Internet-Verbindungen mit unzureichenden Download-Raten entsprechen nicht mehr heutigen Standards.

Die Stadt Freiburg wird bis Jahresende ein Konzept zur Verbesserung erarbeiten

OB Dieter Salomon im Gespräch mit Ortsvorstehern:

FWTM und Badenova werden einbezogen – Stadt will Förderprogramm „Breitbandinitiative Baden-Württemberg“ nutzen: Die Stadt will den Ausbau leistungsfähiger Internetverbindungen vor allem in den eingemeindeten Ortschaften stärker forcieren und dabei auch die Förderprogramme des Landes in Anspruch nehmen. Bis Ende des Jahres soll in Zusammenarbeit mit der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) sowie des Energiedienstleisters Badenova ein erstes Konzept zu möglichen Investitionen vorgelegt werden. Darin soll auch die Badenova-Tochter BadenIT eingebunden werden, die heute bereits für gewerbliche Kunden über ein eigenes Netz in der Region verfügt und dies weiter ausbauen will.

Das kündigte Oberbürgermeister Dieter Salomon beim jährlichen Treffen des Bürgermeisteramts mit allen Ortsvorstehern in der vergangenen Woche an. Die Stadt greift damit die immer wieder vorgetragene Kritik auf, dass in den eingemeinden Ortschaften die Netzqualität unzureichend sei und nicht mehr den heutigen Standards entspreche. OB Salomon: „Eine leistungsfähige Internetverbindung ist heute für private Haushalte selbstverständliche Infrastruktur wie Straßen, Wasser- oder Stromanschluss; für Handel und Gewerbe sind gute Datenleitungen wichtige Standortfaktor und zwingend für einen reibungslosen Betrieb.“

Davon sind vor allem die eingemeinden Ortschaften noch weit entfernt, wenn auch in den letzten Jahren die Netzqualität in der Regel auf über 2 MB/s verbessert worden ist. Der gängige Standard für private Nutzer liegt jedoch um ein Mehrfaches höher. In der Gesprächsrunde mit den Bürgermeistern bestätigten die Ortsvorsteher die Ergebnisse einer IHK-Untersuchung von 2013. Danach sind vor allem die Nutzer in den Stadtteilen Munzingen, Opfingen, Waltershofen und Ebnet unzufrieden mit der Internetqualität; dies treffe auch auf die übrigen Stadtteile zu. Im gewerblichen Bereich wünschen sich die meisten Unternehmen eine höhere Download-Rate als derzeit verfügbar.

Die Ursache ist in der Geschäftspolitik der Telekom begründet: Das Unternehmen treibt den Ausbau mit Breitband oder Glasfaserkabeln schwerpunktmäßig in solchen Ballungsgebieten voran, wo zahlreiche Nutzer angeschlossen werden können und hohe Datenmengen übertragen werden. Der ländliche Raum gerät damit ins Hintertreffen.

Gegenüber den Ortsvorstehern und der Ortsvorsteherin stellte OB Salomon klar, dass die Stadt die flächendeckende Versorgung weiterhin vorrangig als eine Aufgabe der Telekom ansieht. Bei ersichtlichen Versorgungslücken mit unzumutbaren Download-Raten werde die Stadt sich selbst engagieren, um die Infrastruktur zu verbessern. Dazu soll mit den Unternehmen in einem ersten Schritt die Nachfrage nach leistungsfähigeren Internet-Verbindungen ermittelt werden. Um die heute üblichen Standards einer Breitband-Versorgung zu erreichen, sind pro Ortsteil je nach Zahl und Qualität der Anschlüsse jeweils bis zu sechsstellige Beträge erforderlich.

Das Bürgermeisteramt will dazu die angekündigte Breitbandinitiative der Landesregierung nutzen, die einen Schwerpunkt beim Netzausbau vor allem im ländlichen Raum setzt. Das Ziel der Initiative ist eine bedarfsgerechte Anbindung an das Netz. Das Land unterstützt die Kommunen bei der Verlegung von Kabelschutzrohren (Leerrohre) für Kupfer- oder Glasfaserleitungen, bei Planungskosten und bei Zuschüssen an Netzbetreiber, um Versorgungslücken zu schließen.

Das Programm sieht auch alternative Techniken vor, beispielsweise die Nutzung von bestehenden Abwasserrohren, in die Breitbandkabel eingezogen werden können. Dieter Salomon: „Wir werden das Programm prüfen, in welchem Umfang hier Fördermittel zu bekommen sind. Auch der Bund hat entsprechende Förderprogramme angekündigt, die eventuell hilfreich sein werden.“

(Quelle: Stadt Freiburg)

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