Smartphone-Games verändern Freizeitaktivitäten

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Bild: © Regiorebellen

Wie der Boom der Smartphone Games die traditionellen Freizeitaktivitäten verändert

Handlich, stets verfügbar und fast immer online, hat es innerhalb eines Jahrzehntes unser Leben und unsere Kommunikation revolutioniert und mitunter sogar heftige Kontroversen ausgelöst: das Smartphone.

So ist es kein Wunder, dass dieses Phänomen auch auf den menschlichen Spieltrieb abzielte und so über kurz oder lang unser Freizeitverhalten massiv beeinflusste. Handy-Spiele wurden zum Massenphänomen. Durch stetige technische Weiterentwicklung inzwischen nicht weniger attraktiv als viele klassische Desktop Games, haben sie das Alltags Entertainment innerhalb weniger Jahre vollkommen auf den Kopf gestellt. Entgegen der Anfangsphase der klassischen Computerspiele, die vornehmlich den „Nerd“ angesprochen haben, gibt Mobile Games für alle Zielgruppen. Auch wenn man weiß, dass der klassische Geek bei weitem nicht mehr der alleinigen Nutznießer des Online Gaming im allgemeinen ist, erreichen Handygames eine viel größere Zielgruppe. Keine teuren Konsolen müssen angeschafft werden, keine PCs aufgerüstet werden und auch keine teuren Lizenzen erworben werden – ein Smartphone besitzen schließlich die meisten von uns.

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Vielfalt ohne Grenzen
Genauso wie auf dem PC haben sich auch auf dem Smartphone verschiedene Genres entwickelt und bedienen unterschiedliche Bedürfnisse: „Modern Combat“ als Shooter und damit als Ventil für die Lust am Kampf, Strategiespiele wie das erfolgreiche „Clash of Clans“, klassische Kartenspiele wie Solitäre. Unvergessen ist auch der Hype um „Pokemon Go“, das zum ersten Mal Gaming mit „realen“ echten Outdoor Abenteuern verbunden hat. Zu keinem Zeitpunkt war der Einfluss der Handy-Games auf unser Freizeitverhalten so offensichtlich, wie es sich durch die Jagd nach Pokémon offenbart hat. Zumindest der Vorwurf, Online Gaming würde ein rein passives Spielverhalten befördern, wurde mit Pokémon Go mehr als deutlich entkräftet.

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Glückspiel 3.0
Eine weitere Veränderung der Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen, bot sich mit dem populär werden des digitalen Casino Spiels. Nur ein Beispiel dafür, wie sich im Alltag vieler Gamer Onlinespiele ihren festen Platz gesichert haben. Liebt man Glückspiel, muss man sich weder in aufwändige Garderobe werfen und ein Casino aufsuchen noch zuhause am PC sitzen – der Glückspieler von heute wagt eine Partie Poker oder auch Roulette einfach zwischendurch bei der Benn die Hürden, allein für eine Runde Poker oder Black Jack ein klassisches Casino zu betreten, sind relativ groß: strenge Kleiderordnungen, Eintrittsgelder und natürlich auch die Verfügbarkeit – schließlich besitzt nicht jede Stadt ein klassisches Casino. Wenn es nur um den reinen Spieltrieb geht, so wird dieser im Online Casino genauso befriedigt.

Wo das „Offline Casino“ mitunter wie eine elitäre Institution wirkt, dort ist das Online Casino unkompliziert und einfach verfügbar – das Monopol der Spielbanken auf Entertainment gehört damit längst der Vergangenheit an.

Geselligkeit virtuell & real

Ein Faktor spielt bei Handygames eine große Rolle: die Vernetzung innerhalb der Community. Vollkommen ohne physische Präsenz ist spielen innerhalb einer Gruppe möglich – das beste Beispiel ist das Spiel „Clash of Clans“, dass ein internationaler Dauerbrenner ist und das, einmal begonnen, es dem Spieler schwer macht, davon abzulassen. Interaktion mit Spielern auf der ganzen Welt in Echtzeit ist von ungebrochener Faszination und dem Smartphone sowieso irgendwie von vorneherein impliziert – schließlich war Kommunikation ja seine originäre Funktion, lange, bevor man online darauf spielen konnte. Bei Clash of Clans wird ein eigenes Dorf gebaut, was sowohl das Bedürfnis nach Kreativität als auch das nach Wettbewerb befriedigt – elementare Bedürfnisse, die auch bei vielen anderen, nicht-digitalen Entertainment Formen wie Gesellschaftsspielen und Sport gestillt werden. Der Austausch im Chat schult und befördert kommunikative Skills und lehrt Kooperation.

Wissen & Lernen

Der kritische Blick, mit dem umfangreicher Handykonsum gelegentlich betrachtet wird, beruht auf der Grundidee, dass das Smartphone der Schlüssel zu unsozialem Verhalten ist. Da ist die Rede von „Phubbing“, dem Starren auf das Handy unter völligem Ignorieren der menschlichen Umwelt – die Faszination für das Smartphone wird einem Krankheitsbild gleichgesetzt. Dennoch sollte man eines nicht vergessen: Spielen kann auch lehrreich sein. Erfolgreiche Spiele wie Quizduell schulen die Allgemeinbildung und befördern den Ehrgeiz. Nicht eine Schlacht oder ein Kampf mit virtuellen Waffen soll gewonnen werden, sondern Wissen und Reaktionsschnelligkeit führen zum Ziel. So erweitern auch Menschen ihre Allgemeinbildung, die sonst in ihrer Freizeit wahrscheinlich nicht dicke Bücher wälzen würden, durch das Smartphone auch ihren Horizont – zumindest in kleinem Stil.

Pokémon Go – das Phänomen
Egal, welche Bedürfnisse durch Mobile Gaming in der Freizeit auch befriedigt wurden – stets war dies immer eine „passive“ Sache. Dann kam Pokémon Go und veränderte alles. Zum ersten Mal führte „Gaming“ weg von der Couch und nach draußen – eine echte Revolution. Bewegung, Abenteuerlust und Spiel werden gleichermaßen gefordert und gefördert. Selten war ein Freizeit Trend so offensichtlich, teilweise sogar kurios und exzentrisch. Kein Mobile Game appellierte so sehr an die menschliche Abenteuerlust und an den Jagdinstinkt. Das Smartphone wurde zum digitalen Hilfsmittel, um das Erfolgserlebnis, ein Pokémon zu fangen, zu erlangen. Es war nicht mehr Selbstzweck, sondern „nur“ Hilfsmittel und hob mobiles Spielen somit auf eine neue, revolutionäre Ebene.

Ausblick
Der Pioniergeist der Anfangsphase wurde durch die schnell fortschreitenden technischen Möglichkeiten der Gegenwart ersetzt. Der Unterschied zwischen Desktop und Smartphone schwindet zunehmend, und wie das Smartphone immer mehr zum Arbeitsgerät bzw. PC mutiert, so werden auch seine Entertainment Optionen ständig optimiert. Nahezu alles Spielegenres, die sowohl auf der Konsole als auch auf dem Desktop verfügbar sind, gibt es auch als mobile Variante. Künstliche Intelligenz und virtuelle Welten werden immer mehr Einzug halten und neue Welten erschließen und auf unsere Gewohnheiten Einfluss nehmen. Seien wir gespannt.

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