Ein Kleidungsstück mit Geschichte

hemd
Flickr Shirt and Tie Robert Sheie CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Das Hemd und seine Historie

Bevor das Hemd Mitte des 19. Jahrhunderts zur Oberbekleidung wurde, trug man es nur als Unterhemd unter weiterer Wollkleidung oder einer Rüstung. Durch den modischen und technischen Fortschritt während der industriellen Revolution konnte Baumwolle günstiger produziert werden als Leinen und löste dieses somit ab – außer in adligen Kreisen, wo man Seide trug. Seide und Kunstfasern ergänzten dann ab dem 20. Jahrhundert die Materialien für das herkömmliche Hemd. Bevor es mit einer durchgängigen Knopfreihe versehen war, schlüpfte man in das Hemd hinein, indem man es sich über den Kopf zog. Das Patent für die zentrierte Reihe an Knöpfen entlang der Hemdvorderseite gibt es seit 1871.

Anhand von Hemdlänge, Kragenform und -art zeigen sich die historischen Veränderungen der Hemdenmode besonders gut. Bodenlange, weiße Leinenhemden wurden schon früh von Hebräerinnen getragen. Diese hatten lediglich einen Ausschnitt für Kopf und Hals. Im Mittelalter wurden diese mit einem Bündchen versehen, sodass man diese Öffnungen zubinden konnte. Bevor Hemd und Kragen miteinander verknüpft wurden, gab es abnehmbare Kragen. In feinen Kreisen war ein steifer Kragen gepaart mit Manschetten besonders wichtig. Formelle Kleidung erforderte damals einen hohen Stehkragen mit spitzen, aufrechten Ecken. Dieser entwickelte sich weiter zum halbsteifen Hemdkragen. Der spezielle Stoff war die Grundlage für eine weitere moderne Entwicklung: bügelfreie Hemden.

Nie wieder bügeln?

Wer würde im mitunter stressigen Alltag nicht gerne Zeit sparen, wo es nur geht? Wenigstens jedoch bei Haushaltsaufgaben wie dem Bügeln – mit bügelfreien Hemden, die man heutzutage im Einzelhandel oder online bei Anbietern wie Walbusch findet, geht das. Doch wieso knittern gewöhnliche Hemden überhaupt? Die Erklärung: Beim Waschen quellen die Baumwollfasern auf, da sie Wasser aufnehmen. Beim Trocknen behalten die aufgequollenen Fasern ihre veränderte Form, und daher sehen die Hemden zerknittert aus. Um dies zu verhindern, gibt es Gewebezusätze wie Kunstharz, sogenannte Vernetzer. Diese stabilisieren die Baumwollfasern und verhindern, dass diese Wasser aufnehmen und aufquellen. Beim Kauf bügelfreier Hemden lohnt sich ein Blick auf die Webart. Denn diese gibt Aufschluss über die Dampfdurchlässigkeit – besonders wichtig an Orten mit hoher Luftfeuchtigkeit, bei warmen Temperaturen oder anderen Situationen, in denen man viel schwitzt. Wobei ein Start-up auch dafür schon eine Lösung gefunden haben will. Vielleicht die nächste Errungenschaft in der langen Geschichte des Hemdes?

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