Das Sportwettengeschäft als organisiertes Geschäft für Kriminelle

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Grafik: © Regiorebellen

Spielemanipulation nicht nur im Fußball

Menschen, die den Begriff Spielemanipulation hören, denken dabei meistens zuallererst an Fußball. Doch übersehen viele dabei, dass das Wettgeschäft allgemein inzwischen eine Hochburg für kriminelle Machenschaften ist. Die Einnahmen der Wettindustrie steigen weltweit immer weiter an und liegen bereits in den Billionenwerten. Es ist fast logisch, dass sich hier besonders viele Kriminelle herumtreiben, sei es um Geldwäsche zu betreiben, oder um Gelder zu veruntreuen.

Die alarmierenden Zahlen der Sportwetten

Studien belegen, dass die kriminellen Machenschaften die sportlichen Geschäfte zunehmend gefährden. 140 Milliarden Euro werden im Jahr durchschnittlich dazu verwendet, um illegal Geld zu waschen. Bis zu 80 Prozent der weltweiten Sportwetten werden demzufolge, unbehelligt von den staatlichen Behörden, auf illegalem Wege abgewickelt. Der große Teil entfällt dabei auf den asiatischen Raum, danach folgen England und Malta. Immerhin 49 Prozent der Wetten in Europa tragen sich legal zu.

Die Folgen der Geldwäsche

Die Geldwäsche hat für den Sportwettenmarkt gravierende Folgen. Geldwäsche verzerrt die Preise und führt zu veränderten Spar-, Konsum- und Investitionsraten. Die kriminellen Machenschaften führen außerdem zu massiven Schwankungen von Importen und Exporten, von Zins- und Wechselkursen sowie der Verfügbarkeit von Krediten. Die Reputation des Finanzsektors ist zunehmend gefährdet. Diese Faktoren sind ausschlaggebend dafür, dass die Geldwäsche als eine notwendige Voraussetzung für organisierte Kriminalität gilt.

So funktioniert die Geldwäsche im Online-Geschäft

Der Online-Markt im Bereich der Glücksspiele boomt. Viele Spieler versuchen ihr Glück online und schauen sich auf Seiten wie www.openodds.com/de um. Es finden aber auch viele korrupte Spieler auf dem Online-Markt eine geeignete Plattform, um illegale Geschäfte zu betreiben. Viele Spieler zahlen dabei illegales Geld von einem legalen Bankkonto aus ein. Dies geschieht über anonyme Verfahren, die sich in der Regel nicht auf jemanden zurückführen lassen. Anschließend wird das Geld „gewaschen“, indem gegen andere Spieler (legal) angetreten wird. Als Spielart bieten sich hierbei Poker, aber auch Bingo oder andere Spiele an. Anschließend wird das Geld als legaler Steuerspielgewinn auf das Konto des Täters oder eines Komplizen ausgezahlt.

Eine neuer Trick: Partien nur vortäuschen und trotzdem abkassieren

Kriminelle werden immer einfallsreicher, um an Geld zu kommen. Viele von ihnen versuchen nicht mehr (nur), andere Spieler zu manipulieren, sie täuschen auch Partien vor, geben sowohl im Internet, als auch bei den Buchmachern falsche Auskünfte. Dies kommt oftmals besonders bei Fußballspielen zustande, da sehr viele Spiele parallel stattfinden und sich die Wettanbieter meist auf die Informationen verlassen, ohne diese noch einmal zu überprüfen. Auch für den Tipper ist solch ein Unterfangen ein Risiko, denn er wettet ja auf eine Partie, die gar nicht ausgetragen wird. Es ist schwierig, die Betreffenden ausfindig zu machen, sodass das Geld meist unwiederbringlich verloren ist.

Die Situation in Deutschland und in Baden-Württemberg

In Deutschland liegt der Umsatz von Sportwetten bei rund einer Milliarde Euro im Jahr. Damit einher gehen die kriminellen Machenschaften, der eine einberufene Arbeitsgruppe aus dem Innenministerium nun entgegentreten möchte. Sie sammelt Tatsachen und Fakten über die illegalen Glücksspiele und ermittelt bereits in mehr als 300 Fällen. Die Ermittlungen geraten aber besonders in Baden-Württemberg zunehmend ins Stocken, da es oftmals an einer rechtlichen Grundlage mangelt. Glücksspiel ist in vielen Orten anders definiert und auch die EU regelt nicht einheitlich, was man unter Glücksspielen eigentlich versteht. Diverse Minister fordern die Länder deshalb bereits auf, mehr gegen die organisierte Kriminalität vorzugehen – sowohl mit Hilfe der Polizei, als auch mit schärferen rechtlichen Strafverfolgungen.

Das neue Glücksspielgesetz und die Auswirkungen auf die Wettbüros und die illegale Geldwäsche

Mit neuen Gesetzen versucht der Staat, der zunehmenden Kriminalität entgegenzuwirken. Eines davon ist das Glücksspielgesetz, das den Wettbüros zum Teil härtere Auflagen gibt. Für einige Wettanbieter hat das katastrophale Folgen, denn diese sehen sich von einer Schließung bedroht. Im ohnehin schon von Kriminalität geplagten Freiburg betrifft dies  einige Wettanbieter und Buchmacher. Problematisch ist dabei, dass viele Wettanbieter den rechtlichen Bestimmungen entgehen können, da diese offiziell gar nicht registriert sind.

Konzessionen für die Wettanbieter lassen sich schwer durchsetzen

Baden-Württemberg plant, die Zahl der Wettbüros drastisch zu reduzieren. Künftig soll es lediglich nur noch einige hundert Wettanbieter im gesamten Bundesland geben. Auch Freiburger versucht mit Hochdruck, die neuen Gesetzt durchzudrücken und die Leitlinien mit umzusetzen. So dürfen sich die Wettbüros nicht mehr direkt nebeneinander befinden, sie müssen einen Abstand von mindestens 500 Metern zueinander haben. Dasselbe Prinzip gilt für dort befindliche Bildungseinrichtungen wie Schulen oder andere Institutionen. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch äußerst schwierig und die Vergabeverfahren geraten auch in Freiburg ins Stoppen, da sich unterlegen fühlende Konkurrenten benachteiligt fühlen und deshalb klagen.

Polizei ermittelte in 17 Fällen

Seit dem Jahr 2012 ermittelte die Polizei im Raum Freiburg in 17 Fällen gegen Wettanbieter. Einige der Verfahren laufen noch und die Verhandlungen gestalten sich schwierig – auch, weil einige dubiose Anbieter ihre Büros einfach in eine Wettannahmestelle umformen. Vorwiegend schreiten die Justiz und die örtliche Polizei gegen die Betriebe vor, die das Minderjährigenschutzgesetz nicht einhalten oder die standortrechtlichen Gegebenheiten nicht beachten und sich beispielsweise in der Nähe oder im selben Gebäude wie eine Spielhalle ansiedeln.

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